Gastbeitrag meines Co-Autors Dr. Reinhard Müller aus Bayern

„Reinhard, Du kennst Dich doch mit Haaren und Kosmetik aus. Kannst Du mir nicht ein gutes Shampoo für meine Haare empfehlen? Müssen gute Shampoos teuer sein? Und überhaupt – kann ich mir mein Shampoo nicht einfach selbst machen?“ Das sind nur einige der Fragen, die von Frauen immer wieder an mich gestellt werden.

Deshalb bin ich Elischeba sehr dankbar, dass sie mir die Möglichkeit gibt, auf ihrem Beautyblog ab sofort regelmäßig über kosmetische Themen und aktuelle Beauty Trends zu schreiben.

Elischeba Wilde Nylons
Fotograf: Christian Grimmelt – Visagistin: Zahra Abrizeh – Model: Elischeba Wilde

Greifen wir doch gleich mal einen Punkt auf, der viele Frauen, die großen Wert auf die Schönheit ihrer Haare legen, beschäftigt: Ist es möglich, ein gutes Shampoo selbst zu machen? Wie funktioniert das und wie sinnvoll ist das?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist durchaus möglich, ein Shampoo selbst herzustellen. Vorausgesetzt Frau kombiniert die richtigen Inhaltsstoffe.

Aber was sind die „richtigen Inhaltsstoffe“?

Um diese Frage zu beantworten, werfen wir einen kurzen auf die eigentliche Aufgabe und Funktionsweise eines Shampoos: Die Hauptaufgabe und gleichzeitig wichtigste Aufgabe eines Shampoos ist es, die Haare sauber zu machen …das in möglichst kurzer Zeit …und dabei die Haare und die Kopfhaut zu schonen und nicht zu schädigen.

Die Haare sollen nach der Haarwäsche von Schmutz und überschüssigem Fett befreit sein und wenn möglich auch noch angenehm duften.

Elischeba Wilde Spiegel
Fotograf: Martin Helmers – Model: Elischeba Wilde

Dazu werden in der Regel fünf bis zehn Gramm Shampoo, je nach Haarlänge und Haarfülle, gleichmäßig im feuchten/nassen Haar verteilt, aufgeschäumt und nach 30 Sekunden bis maximal zwei Minuten wieder ausgespült.

Um diese Performance zu bieten bestehen handelsübliche Shampoos aus:

  • Wasser
  • waschaktiven Substanzen, sog. „Tensiden“
  • rückfettenden Komponenten
  • Verdickungsmitteln
  • Duftstoffen
  • Konservierungsmitteln
  • verschiedenen Pflege- & Wirkstoffen (je nach Haartyp)
  • Farbstoffen

Um einen schönen cremigen Schaum bei der Haarwäsche zu bekommen, werden oftmals zusätzlich „Schaumbooster“ – das sind besonders stark schäumende Komponenten – der Rezeptur zugesetzt. Und das obwohl der Schaum nichts über die reinigende Wirkung eines Shampoo aussagt. Der Schaum ist beim Shampoo lediglich dafür da, um der Verwenderin ein „Erfolgerlebnis“ bzw. „Glücksgefühl“ zu bescheren.

Elischeba im Wasserfall
Fotograf: Martin Helmers – Model: Elischeba Wilde

Die Konservierungsmittel dienen dazu, das Shampoo bei der Produktion keimfrei zu halten und für mindestens 30 Monate vor Verkeimung zu schützen – auch bei geöffneter Verpackung während des Gebrauchs in feuchter und warmer Umgebung (Bad).

Die Farbstoffe dienen im wesentlichen dazu, dem Shampoo ein „kosmetisches Aussehen“ zu geben, das Auge der Verwenderin zu erfreuen und den Absatz zu steigern.

Somit lässt sich ein „persönliches“, konservierungsmittelfreies DIY-Shampoo recht einfach aus wenigen Komponenten / Stoffgruppen herstellen.

Reinhard_Teaser
Fotografin: Margit Binder – Model: Dr. Reinhard Müller

Beispielsweise aus:

12% Aniontensid (INCI*: Disodium Laureth Sulfate)
3% Amphotensid (INCI*: Cocamidopropyl Betaine)
2% Niotensid (INCI*: Alkylpolyglycoside)
1,5% Rückfetter (INCI*: PEG-200 Hydrogenated Glyceryl Palmate)
1,5% Verdickungsmittel (INCI*: PEG-7-Glyceryl Cocoate)
0,5% Kochsalz (INCI*: Sodium Chloride)
0,5% Pflegemittel (INCI*: Sodium PCA)
78% destilliertes bzw. abgekochtes Wasser (INCI*: Aqua)
Duftstoff, Parfüm nach Belieben (INCI*: Fragrance)
Farbstoff nach Belieben (INCI*: C.I. xxxxx)

Die einzelnen Komponenten nach und nach miteinander verrühren und mit Zitronensäure auf pH 5,5 einstellen.

Kosmetik-Rohstoffe und weitere Utensilien für DIY-Shampoos gibt es in gut geführten Reformhäusern, bei Spinnrad und in diversen Online-Shops.

Weitere Shampoo-Rezepturen findet ihr im Internet und im Buchhandel. Einer der ersten, der sich intensiv mit DIY-Kosmetik beschäftigt hat, war in den 1980er Jahren Jean Pütz in seiner „Hobbythek“.

Für sogenannte „normale Haare“ und Haare ohne allzu große Probleme sind DIY-Shampoos durchaus eine probate Alternative zu handelsüblichen Shampoos.

Shampoos lassen sich auch aus natürlichen Rohstoffen herstellen, zum Beispiel aus der „Waschnuss“. Doch darüber berichte ich euch in einem der nächsten Artikel.

Bis dahin viel Spass beim Zusammenrühren und Experimentieren

Reinhard

*INCI = International Nomenclature of Cosmetic Ingredients
Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe

Sonstiges: neuer Artikel auf dem Mamablog

 

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