Es gibt Tage, da steh ich vorm Spiegel und weiß einfach nicht, was ich mit meinen Haaren anstellen soll. Es muss mal wieder schnell gehen. Für einen Besuch beim Friseur ist keine Zeit und meine „Standardfrisur“ entspricht gerade auch nicht meiner Stimmungslage. Kennt ihr das auch? …es muss ein Plan her!

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Fotograf: Martin Helmers – H&M / Styling: Elischeba Wilde – Model: Elischeba Wilde

Ein Fotoshooting mit Visagistin steht erst in den nächsten Tagen wieder an. Deswegen ist „Do-It-Yourself“ angesagt. Aber bitte mit Stil, fundiertem Wissen und den richtigen Pflege- und Stylingprodukten für mein feines, strapaziertes Haar.

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Fotograf: Christian Grimmelt – H&M / Styling: Elischeba Wilde – Model: Elischeba Wilde

Es gibt unzählige Haarpflegeprodukte und mindestens genau soviele Haarstyling-produkte zahlreicher Hersteller auf dem Markt. Nicht umsonst ist die Kosmetik ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit Milliardenumsätzen.

Aber welche Produkte sind nun die richtigen für mich und meinen speziellen Haarzustand?

Die Antwort auf diese Frage liegt in den Inhaltsstoffen.

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Fotograf: Pierre Wilde – H&M / Styling: Elischeba Wilde – Model: Elischeba Wilde

Tagtäglich sind meine Haare den unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt, die sie mehr oder weniger schädigen können. Durch das tägliche Kämmen und Bürsten, durch Lockenwickler und Lockenstab sowie durch den Einfluß von Heißluft beim Fönen wird die Haarstruktur mechanisch und thermisch mehr oder weniger stark angegriffen und die Oberfläche aufgerauht.

Dadurch verlieren die Haare ihre ursprüngliche mechanische Festigkeit. Darüber hinaus hab ich auch noch blondierte Strähnchen. Durch das Oxidationsmittel Wasserstoffperoxid und den hohen pH-Wert der Blondiercreme wird die Haarstruktur chemisch strapaziert. Dabei entstehen vermehrt negativ geladene Zentren im Haar, was Spliß und Haarbruch, glanzloses Aussehen, schlechte Kämmbarkeit und leichte statische Aufladung zur Folge haben kann.

Also alles in allem ein recht „unschönes Bild“ für ein Model das auf ihr Äußeres wert legt.

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Fotograf: Sören Münzer – H&M / Styling: Elischeba Wilde – Model: Elischeba Wilde

Aber was hilft in einer solchen Situation dagegen? … Ganz einfach: Die richtigen, auf den Haarzustand abgestimmten Inhaltsstoffe in den Haarpflegemitteln.

Um die Haare wieder besser frisierbar zu machen und ihnen den Glanz zurückzugeben, wurden bzw. werden seit vielen Jahren kosmetische Öle und Pflanzenextrakte verwendet. Das verbessert allerdings lediglich vorübergehend das äußere Erscheinungsbild, ohne die innere Haarstruktur positiv zu beeinflussen, geschweige denn, die Schäden zu reparieren. Außerdem „beschweren“ diese Öle gerade feines Haar, wenn sie nicht exakt dosiert sind und lassen die Frisur dann strähnig aussehen.

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Fotograf: André Plath – H&M / Styling: Elischeba Wilde – Model: Elischeba Wilde

Moderne Haarpflegemittel enthalten Wirkstoffe / Wirkstoffkombinationen, die sowohl die Haaroberfläche glätten als auch Fehlstellen (Schäden) im Haarinnern, dem Cortex, ausgleichen und damit die Haarstruktur beeinflussen.

So erzeugen polymere Filmbildner, wie zum Beispiel Polyvinylpyrolidon (PVP), aber auch Siliconöle einen Film auf der Haaroberfläche, der die Haare nicht beschwert. Dadurch werden Unebenheiten der Schuppenschicht geglättet und somit die Kämmbarkeit und der Glanz verbessert.

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chemische Struktur von PVP

© Wikipedia

Positiv geladene Moleküle, wie quartäre Ammoniumverbindungen, quaternierte Polymere oder quaternierte Proteinhydrolysate docken an die geschädigten Stellen auf der Haaroberfläche an, dringen aber auch teilweise in das Haarinnere ein. Durch diesen Ladungsausgleich wird die elektrostatische Aufladung reduziert.

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chemische Struktur von Panthenol

© Wikipedia

Vitamine, Kohlenhydrate, Aminosäuren und Mineralstoffe halten nicht nur den Körper über die Ernährung von innen am Laufen, sondern zeigen sich auch in der Haarpflege von ihrer positiven Seite. So dringen beispielsweise Panthenol (Provitamin B5) und Glucose (Traubenzucker), aber auch Gluconsäure und Pyrrolidoncarbonsäure (PCA), ein Abkömmling der Glutaminsäure ins Haarinnere ein und füllen die Fehlstellen im geschädigten Haar auf, wodurch die Reißfestigkeit der Haare verbessert wird.

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Fotograf: Michael Kuhnt – H&M / Styling: Elischeba Wilde – Model: Elischeba Wilde

Diese intelligenten Wirkstoffkombinationen schaffen es also, die Eigenschaften strapazierter Haare nachhaltig so zu verbessern, dass sie denen von gesundem, nativem Haar nahe kommen. Die Haare glänzen wieder, sind leicht kämmbar und gut frisierbar und sie haben einen angenehmen Griff.

Mit diesem Wissen ist mir jetzt auch klar, welche Produkte ich für die perfekte Pflege meiner langen, feinen, strapazierten Haare brauche:

  1. ein restrukturierendes feuchtigkeitsspendendes Shampoo für feines Haar – für die tägliche Haarwäsche
  2. eine leichte ausspülbare Repair Spülung – nach der Haarwäsche für optimale Kämmbarkeit
  3. eine restrukturierende Kurpackung (rinse off oder leave on) – alle drei bis vier Tage nach der Haarwäsche anstelle der Spülung
  4. eine restrukturierende Haarspitzenkur mit Anti-Spliß-Effekt (leave on) – einmal pro Woche speziell für die Haarspitzen / Haarlängen
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Fotograf: Pierre Wilde – H&M / Styling: Elischeba Wilde – Model: Elischeba Wilde

So gepflegt lassen sich meine feinen Haare dann auch wieder leicht in eine chice, modische Frisur verwandeln. Dafür reicht in der Regel ein festigender Stylingschaum und ein Volumen-Haarspray für natürlichen Halt.

Für den top-aktuellen Wetlook verwende ich ein stark festigendes Wet-Gel, das ich partienweise auf die Haarlängen gebe und mit den Händen einmassiere. Oberkopf und Pony bring ich mit etwas Frisiercreme und Glanz-Haarlack so richtig zum glänzen.

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Fotograf: Andreas Wies – Visagistin: Eva Hinsken-Ebbing – Model: Elischeba Wilde

Und sollte ich mal meine Pflege- und Stylingprodukte vergessen haben oder gerade nicht zur Hand haben und trotzdem kurzfristig eine „blitzlichttaugliche“ Frisur benötigen, dann werde ich es mal mit einer „Cola-Packung“ versuchen. Hab da nämlich kürzlich einen tollen Tipp zu gekriegt 😉

Dazu spüle ich meine Haare dann intensiv mit einer großen Flasche (1,5-2 Liter) „Classic“ Cola …keine Light und auch keine Zero Cola! …entscheidend dabei ist der Zucker in der Cola.

Die mit Cola getränkten Haare werden dann mit einem Handtuch zu einem Turban geformt und mindestens 20 bis 30 Minuten warmgehalten. Anschließend die Haare mit klarem Wasser ausspülen, trocknen und frisieren. Die Inhaltsstoffe im Cola, in der Hauptsache Zucker, Zuckercouleur und Phosphorsäure, pflegen die Haare und zaubern ein gewisses Volumen ins Haar. …UND die gestylten Haare sollen laut einer Freundin – die das ausprobiert hat – NICHT nach Cola riechen ! 😉

Was habt ihr denn für tolle Haarpflege- und Styling-Tipps für mich?
Eure besten Tipps könnt ihr gerne Kommentar hier posten.

Stylische Grüße von Elischeba

Disclaimer: die Erläuterungen zu den beschriebenen Wirkstoffkombinationen basieren auf dem Vortrag „Möglichkeiten zur Beeinflussung der Haarstruktur durch Pflegeprodukte“ gehalten von Dr. Reinhard Müller auf dem Forum Cosmeticum 1994 in Potsdam, veröffentlicht im SÖFW Journal 120, 2, 82-89 (1995)